Tiefe Klage und Trost im Passionskonzert

Veranstaltung am Karfreitag in der Schlosskirche

Friedrichshafen - Tief bewegt waren die Zuhörer am Karfreitag in der ausverkauften Schlosskirche beim traditionellen Passionskonzert der Kantorei der Schlosskirche. Nach Mozarts berühmtem Requiem im letzten Jahr hat Kantor Manuel Mader-Nachtrodt diesmal die Grab­musik KV 42 des elfjährigen Mozarts an den Beginn gesetzt. Eine Kantate, die bereits eine erstaunliche Reife und Tiefe des Ausdrucks erkennen lässt. Bass und Sopran führen einen Dialog von Seele und Engel, der Chor beschließt das dramatische Werk, in dem die trauernde Seele die Schuld im eigenen Herzen sucht und doch auf Jesu Verzeihung hofft.

Eine wunderbare Hinführung zu Joseph Haydns „Stabat mater“, jener hundertfach vertonten Mariensequenz, welche das Leid der Mutter vor ihrem gekreuzigten Sohn betrachtet und in tiefer Frömmigkeit ver­söhn­lich endet mit dem Blick auf die Herrlichkeit des Paradieses. Trotz einheitlicher ernster Stimmung ist eine große musikalische Vielfalt gegeben, da Haydn fünf Chören sieben Arien und ein Duett gegenüberstellt.

Sanft begleiteten die Musiker der Kammerphilharmonie Bodensee-Oberschwaben die Sänger, loteten die Stimmungen von Trauer, Klage, Verzweiflung und Hoffnung aus. Ebenso durfte man in den Chören dem ausgewogenen, eindringlichen Gesang der Sängerinnen und Sänger folgen. In lyrischer Klage zeichnete der Tenor Luis Denzel die Vision der Schmerzensmutter, der Chor nahm sie auf, hohe Frauenstimmen kontrastierten hier mit tiefen Männerstimmen.

Eindringlich beschrieb der Altus Fridolin Bosse mit sehr schön gefärbter Stimme Mariens Trauer, in klaren Koloraturen besang die Sopranistin Jingjing Mas Mariens Mitleiden, mächtig unterstrich Bassist Malte Kebschull im „Pro Pecca¬tis suae“ die Entrüstung über Jesu Leiden für die Sünden anderer. Den Höhepunkt bildete das Andante „Virgo virginum praeclara“, in dem das Solistenquartett sich mit dem Chor verbindet. In jubilierenden Koloraturen zeichnete zuletzt die Sopranistin, vereint mit dem Chor, die Vision des Paradieses. Die Glocken beendeten das eindringliche Konzert. lopo


 

Probenwochenende 2026

Ein fast heimatliches Gefühl kommt auf, wenn man bei der Anfahrt zum jährlichen Probenwochenende das vom Kloster dominierte Rot-an-der-Rot im Tal liegen sieht. Kaum hat man das Kloster betreten, erkennt man, dass wie immer Unterkunft und Verpflegung im Vorfeld bestens abgestimmt sind. Und so kann die erste zweistündige Probe noch am Freitagabend stattfinden. Am Samstag wird ganztägig und am Sonntagvormittag für das Paasionskonzert am Karfreitag und für das Konzert im Oktober geprobt. Mit dem Mittagessen am Sonntag geht das intensive und für die Teilnehmer sehr lohnende Proben­wochenende zu Ende. 

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Programmheft 2026

 


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