Passionskonzert

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"Gethsemane und Golgata", op. 96
von Friedrich Schneider (1786-1853)

 

Anmerkungen

Seit 25 Jahren gestaltet die Kantorei an der Schlosskirche an jedem Karfreitag eine große Passions-Aufführung. Kaum zu glauben, dass auch in diesem Jahr eine neue „unerhörte“ Rarität erklingen wird!


Im Jahre 2013 hatte die Kantorei „Das Weltgericht“ von Friedrich Schneider mit szenischen Elementen aufgeführt. In seinem symphonisch besetzten Passions-Oratorium „Gethsemane und Golgatha“ op. 96 aus dem Jahre 1838 komponiert der von seinen Zeitgenossen im In- und Ausland über die Maßen geschätzte Friedrich Schneider vor allem außergewöhnlich viele geradezu prächtige und tröstliche Chöre. Komponierte Johann Sebastian Bach in seiner „Matthäus-Passion noch die Bass-Stimme bei den Worten Jesu mit Streicherklängen, so vertraut der sogar in USA, Schweden und Dänemark äußerst geschätzte Komponist diese dem Tenor an zusammen mit prägnanten Holz- und Blechbläserklängen, wodurch sie ganz neu und strahlender klingen.
Durch den Einsatz von auf der Kanzel gesungenen Solostimmen wird auch in der Schlosskirche der Kirchenraum bewusst einbezogen und so die Dramatik verdichtet.

Anstelle von Arien komponiert Schneider kürzere fasslich und emotional gehaltene Abschnitte mit einem, beziehungsweise mehreren Solisten, die zu Herzen gehen. Die Konzertbesucher sind eingeladen, bei einer Reihe von Chorälen mitzusingen. Dabei tragen im Mittelgang positionierte Kinder der Mädchen- und Jungenkantorei sowie Jugendlichen des Jugendchores diesen Part hell singend mit.

Diese selbst für die vielfältige Tradition der Kantorei an der Schlosskirche außergewöhnliche Passionsvertonung mündet in den Choral „Singet aller Welten Chöre“ auf die Melodie von „Wachet auf, ruft uns die Stimme“, der den endzeitlichen Sieg Christi triumphal darstellt. Dabei erschallen in der Schlosskirche die Stimmen der Chöre, der Konzertbesucher und aller Instrumente im Forte prachtvoll miteinander.

Sönke Wittnebel